Damit wir diese wichtige Frage nicht aus eigener Sicht, sondern objektiv beantworten- stützte ich mich auf die Untersuchungen eines der größten Investmenthäuser der Welt, Vanguard. Das Unternehmen hat die wichtigen Quellen für das Alpha identifiziert, die den Mehrwert eines Beraters, der passive Anlagestrategien für dich empfiehlt. Hierbei beziehe ich mich v.a. auf die Quelle “Putting a Value on Your Value: Quantifying Vanguard Advisors Alpha? Vanguard Research, 2014. – Created: 3/25/14 (Withebook)”
Auch wenn die Quelle schon älter ist, so hat der Inhalt auch heute noch großes Gewicht, da sich das Anlegerverhalten in den letzten Jahren und Jahrzehnten nur wenig verändert hat.
Inhaltsverzeichnis
Wer ist „Vanguard“?
Vanguard konzipiert Fonds und ETFs im Sinne von Anlegern wie dir und setzt auf kosteneffiziente und einfache Investments. ETFs, also Exchange Traded Funds, sind Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Vanguard wurde 1975 gegründet und zählt heute zu den größten Fondsmanagern der Welt.
Was bedeutet „Alpha“?
Alpha ist eine Kennzahl, die zeigt, wie gut ein Fonds im Vergleich zur Benchmark abschneidet. Sie misst den Teil der Rendite, der nicht einfach auf die allgemeine Marktentwicklung zurückzuführen ist, sondern auf die Fähigkeit des Fondsmanagers, Aktien innerhalb dieses Marktes auszuwählen. Ein positives Alpha deutet bspw. darauf hin, dass das Fondsmanagement besonders erfolgreich ist.
Ergebnisse der Studie
1. Lass uns damit beginnen, wie dein Berater dir hilft, die richtige Asset-Allokation für dich auszuwählen. Das ist der entscheidende Faktor für deinen Erfolg beim Investieren und macht fast 95 % der Wertentwicklung deines Portfolios aus. Vanguard schätzt den Mehrwert, den ein Berater in diesem Bereich bringt, auf 0 bis 0,75 % pro Jahr. Um die Bedeutung der Asset-Allokation zu unterstreichen, zitiert die Vanguard NACUBO-Studie eine Untersuchung: „In den letzten 28 Jahren hat ein einfaches 60/40 Index-Portfolio 90 % aller US-Hochschulfonds (Stand: 30. Juni 2013) geschlagen.“ Dies geschah ohne teure Experten, sondern einfach durch einen passiven Ansatz. Es ist jedoch schwer, den genauen Nutzen der Asset-Allokation zu messen, da wir nie genau wissen, wie du dich im Laufe der Zeit ohne Beratung entschieden hättest. Daher ist diese Schätzung von 0 bis 0,75 % eher konservativ und kann durch einen erfahrenen Berater, der spezielle Fonds für diese Allokation verwendet, noch gesteigert werden.
2. Dein Berater, insbesondere wenn er auf Honorarbasis arbeitet, setzt auf Anlagestrategien mit niedrigen Kosten. Denn hohe Produktkosten beeinflussen deinen Anlageerfolg direkt. Unabhängig davon, wie sich die Finanzmärkte entwickeln, bleibt am Ende mehr von deinem Vermögen übrig, wenn du keine Gebühren an die Fondsgesellschaft zahlst. Ein Berater, der deine Anlagekosten durch den Einsatz kosteneffizienter Fonds senkt, spart dir laut Vanguard-Analysen durchschnittlich 0,45 % pro Jahr.
3. Dein Berater wird auch regelmäßig eine disziplinierte „Rebalancing“-Strategie für dein Portfolio durchführen. Das bedeutet, er hält dein Portfolio im Gleichgewicht, indem er die Anlageklassen deines Portfolios in regelmäßigen Abständen auf die ursprüngliche strategische Gewichtung zurückführt. Diese risikominimierende Maßnahme bringt dir einen Mehrwert von 0,35 % pro Jahr. Basierend auf einer Analyse der Renditen der letzten 54 Jahre (Stand: 31. Dezember 2013) hat Vanguard ein nicht rebalanciertes 60/40 Portfolio mit einem „rebalancierten“ 80/20 Portfolio verglichen. Obwohl das 80/20 Portfolio aufgrund seiner höheren Aktienquote eigentlich ein höheres Risiko haben sollte, war es nicht riskanter als das nicht rebalancierte 60/40 Portfolio. Die zusätzliche Rendite von 0,35 % pro Jahr ist der Nutzen, den Vanguard ermittelt hat.
4. Eine steuereffiziente Ausrichtung und ein intelligenter Auszahlungsplan bringen dir zusätzlich einen Mehrwert von 0 bis 0,7 % pro Jahr. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Ein Berater mit „passiven“ Anlagestrategien wird dir helfen, die Nachsteuerrendite deines Portfolios im Rahmen des Einkommensteuerrechts zu optimieren.
5. Dein Berater schützt dich, indem er dich vor den emotionalen Aspekten des Investierens bewahrt. So hilft er dir, Fehler zu vermeiden, die dein Vermögen schmälern könnten. Oft wissen wir zwar, was zu tun ist, aber unsere Psyche sagt uns das Gegenteil und verleitet uns zu verlustreichen Handlungen, dies wird oftmals als „Behaviour Gap” bezeichnet. Wer seine Emotionen nicht unter Kontrolle hat, wird nie Vermögen aufbauen. Hier kommt dein Berater ins Spiel, um dir zu helfen. Vanguard hat den Mehrwert hierbei auf 1,5 % pro Jahr geschätzt.
Behavior Gap- Warum bist du eigentlich dein eigener größter Feind als Anleger?
Seit Beginn der Menschheit steuern Instinkte und Triebe unser Verhalten. Die beiden mächtigsten Emotionen sind Gier und Angst. Diese Emotionen beeinflussen dich unbewusst, selbst wenn es um deine Anlageentscheidungen geht. Leider haben Emotionen beim Investieren keinen Platz. Du weißt wahrscheinlich, dass du kaufen solltest, wenn die Preise niedrig sind, und verkaufen solltest, wenn sie gestiegen sind. Trotz dieses Wissens verleiten dich deine Emotionen oft dazu, das genaue Gegenteil zu tun und damit schlechte Ergebnisse zu erzielen.
Professionelle Finanzmarktteilnehmer – insbesondere Banken, Fondsgesellschaften und Finanzmedien – sind sich dieser Tatsache bewusst und nutzen sie zu ihrem Vorteil. Egal, wie die aktuellen Kurse stehen, der Finanzmarkt ist immer begleitet von einem Getöse aus der Finanzindustrie. Weltuntergangsszenarien, neue Trends, das Produkt, das in jeder Marktlage Gewinne verspricht, der nächste heiße Tipp und so weiter.
Du lässt dich davon beeinflussen – und zahlst am Ende die Rechnung.
Zusammenfassung
Zusammenfassend kannst du die Leistung deines Beraters daher in diesen Kategorien messen:
Berater alpha | |
|---|---|
Zusammenstellung einer guten “Asset Allokation” | 0–0,75 % p.a. |
Einsatz von kosteneffektiven Fonds | 0,45 % p.a. |
Diszipliniertes Rebalancing | 0,35% p.a |
steuereffiziente Auszahlungsstrategie | 0–0,7% p.a. |
Fehlervermeidung -”Behaviour Gap” | 1,5% p.a. |
Summe | 2,3%-3,75% p.a. |
Wenn ich drei Prozent mehr Rendite über meine Laufzeit erhalte – ist die Differenz meines Ersparten enorm!
So kommt beispielsweise bei einem 200€ /mtl. Sparplan für deine Altersvorsorge ernorme Unterschiede heraus. Hier mit 40 Jahren Anlagehorizont gerechnet:
3 % Rendite = 183.903,67€ Endkapital (davon 96000€ eingezahlt & 87.903,67 € Zinsen)
6 % Rendite = 383.500,15€ Endkapital (davon 96000€ eingezahlt & 287.500,15 € Zinsen)
Daher sind in unseren Augen, bei diesen großen Unterschieden, Gebühren an einen unabhängigen Finanzberater auch vollkommen in Ordnung, so lange sie für die jeweilige erbrachte Leistung auch angemessen sind.
Mit einem guten Bauchgefühl an seine Finanzen zu denken ist wichtig. Darüber hinaus allerdings auch das Produkt verstanden zu haben – ist entscheidend. Wir als Berater setzen genau hier an:
Es geht nicht nur um das Heraussuchen eines Top-Produkts und einer guten Investmentstrategie, sondern auch um die Sensibilisierung und das Vermitteln von Fachkompetenzen, die den Beruf des unabhängigen Finanzberaters so wichtig macht!
Der Autor